PRESSESPIEGEL

 

Programm und Anmeldung

Startseite

Über uns...

Ausstellungen und Projekte

Kontakt

Impressum

Kunst aus Bildnerischen Werkstätten: Ausgezeichnete Schülerarbeiten

Christian Schindler am 10.05.2017/ Volksblatt Spandau

 

Haselhorst. Noch bis zum 28. Mai sind in der Bastion Kronprinz der Zitadelle die Kunstwerke von 230 Schülern zu sehen, die im Januar an den 29. BildnerischenWerkstätten der Spandauer Schulen teilgenommen haben.

Die Motive sind so verschieden wie die Techniken. Ob Tonfiguren oder Stoffpuppen, Collagen, Zeichnungen oder Druckgrafik – Spandauer Schüler wissen, angeregt von Kunsterziehern und Künstlern, mit allem etwas anzufangen. Sogar Pflanzen sind vor ihrem Einfallsreichtum nicht sicher. In der Werkstatt „Lebendes und Totes“ des Schul-UmweltZentrums/Gartenarbeitsschule Borkzeile unter der Leitung von Gesa Jacobsen haben Schüler Weidenruten als wachsendes Baumaterial mit unbelebten Dingen wie Steinen und Bastschnüren kombiniert.

Kunst kann Abbildung bedeuten, aber auch etwas, das eine abbildbare Wirklichkeit verneint. An diesen Pole stehen die Werkstätten „Tiere lebendig plastiziert“ (Leitung Angelika Radig) und „Boote, die nicht schwimmen können“ (Konstance Alcantara). Für die erstgenannte haben Schüler Tiere offenbar sehr genau und einfühlsam beobachtet, und dann Skulpturen aus Ton geschaffen. Dabei lernten die Schüler auch das Abnehmen von Gipsabgüssen und die Vervielfältigung ihrer Werke. Ebenfalls aus Ton sind die Boote, die eben das nicht können, wofür sie eigentlich da sein sollten: Schwimmen. Da haben sich die Schüler vielfältige Formen und auch Inhalte ausgedacht.

Mit der Ausstellungseröffnung am 27. April verlieh Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) auch die undotierten Spandauer Jugendkunstpreise.

Für die Klassenstufen 5 und 6 gab es gleich zwei Preise. Überzeugt war die Jury von der Werkstatt „Diskus von Festos– Disc von Spandau“ (Thomas van der Linde und Verena Schneider), für die Schüler nach antikem Vorbild eigenentwickelte Schriftenauf alte CDs brannten, und die Collagen-Werkstatt „Papierscollé – geklebte Bilderaus Papier“ (Anne Rümmler).

In der Klassenstufe 7 und 8 überzeugte die Werkstatt „Moordboards–Stimmungsbilder“(Stefanie Hünich), in der Collagen aus Modebildern jugendliche Gefühle ausdrücken. Die Kostüme der Werkstatt „Karneval der Kulturen“ (Gerlinde Scholz) erhielten den Jugendkunstpreisfür die Klassenstufen 9und 10.

Im Bereich der gymnasialenOberstufe wurde schließlich die Werkstatt„Experimentelle Druckgrafik in Kombination mit der Technik der Collage“ (Catherine Weber und Reinhard Hoffmann) ausgezeichnet.

Die Ausstellung in der Bastion Kronprinz ist montags bis freitags in der Zeit von 10 bis 17 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Schulklassen ist frei.Darüber hinaus gelten die Eintrittspreise der Zitadelle (4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro). Der 104seitige Katalog zur Ausstellung kostet 14 Euro.

 

Tagesspiegel / Online

4. Januar 2016

 

Kostenlose Freizeitangebote für Schülerinnen und Schüler

Neue Kurse auf der Spandauer Kunstbastion

Von Rainer W. During

 

om Marionetten-Basteln bis zum Modezeichnen: Die Spandauer Jugendkunstschule bietet wieder ein umfangreiches Programm.

 

Die Spandauer Jugendkunstschule auf der Zitadelle startet ins neue Semester. Nach den Weihnachtsferien beginnt die Anmeldung für die kostenlosen Kurse in der aus pädagogischer Sicht modellhaften „Kunstbastion“. Sie arbeitet eng mit den Spandauer Schulen zusammen, um Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, ihre kreativen Fähigkeiten zu erweitern und zu vertiefen und zugleich ihre Freizeit phantasievoll und produktiv zu nutzen. Für ältere Jugendliche ist das Angebot auch im Hinblick auf eine Ausbildung oder ein Studium interessant, denn sie haben hier die Gelegenheit, unter fachkundiger Betreuung eine Bewerbungsmappe zu erstellen.

Angebote für verschiedene Altersstufen

Die Kurse werden für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersstufen ab der vierten Klasse angeboten und finden nach dem Schulunterricht, an Wochenenden oder in Ferienzeiten statt. Lehrkräfte sind in der Regel Kunsterzieherinnen und -erzieher aus den Spandauer Schulen, Künstler - unter anderem aus dem Atelieraus auf der Zitadelle - sind als Kursleiter in das Programm der Jugendkunstschule eingebunden, die sich auf der Bastion Kronprinz der Zitadelle befindet.
Das neue Programm umfasst 52 verschiedene Werkstätten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Plastisches Gestalten, Objekte, Fotografie, Grafik-Design und Mode. Dazu gehören beispielsweise Wachsradierung sowie die Herstellung von Science-Fiction-Masken oder Marionetten (ab 4. Klasse), Modezeichnen oder Linoldruck (ab 7. Klasse), Experimenteller Siebdruck (ab 10. Klasse) und - in Kooperation mit der Volkshochschule - Aktzeichnen (Oberstufe).

Programm ab 7. Januar erhältlich

Das komplette Programm ist ab dem 7. Januar in den Spandauer Schulen, beim Pförtner der Zitadelle, in den Bürgerämtern des Bezirks sowie in der Spandau-Information in der Altstadt (Breite Straße 32) erhältlich. Es wird auch auf telefonische Anfrage unter 35 49 44 258 verschickt. Anmeldeschluss ist der 11. Februar, die ersten Kurse beginnen am 20. Februar. Anmeldungen sind auch im Internet unter http://www.kunstbastion.de möglich.

 

 

Berliner Morgenpost vom 31.10.2015

Was sich an Berlins Schulsystem jetzt ändern soll

 

Die SPD möchte Kunst- und Verkehrsschulen stärken, die CDU die gymnasiale Oberstufe reformieren. Das Parlament muss zügig entscheiden.

 

Konzentriert rührt Karina ihre Acrylfarbe an, ein kräftiges Blau. Die Elfjährige will eine Stadtansicht malen. "Das da ist die Havel. Diesen Blick habe ich, wenn ich zu Hause bin", erklärt sie. Für zwei Tage nimmt sie an der Herbstakademie der Spandauer Jugendkunstschule auf der Zitadelle teil. "Lichter der Großstadt" heißt das Thema des Kurses, den die Künstlerin Karoline Zech leitet. Behutsam gibt sie den Kindern Tipps, ohne sie in eine bestimmte Richtung zu lenken. Valeria arbeitet schon an ihrem zweiten Bild. Das erste, eine Abendstimmung mit vielen beleuchteten Fenstern in hohen Mietshäusern, zeigt die Zwölfjährige mit gebührendem Stolz.

 

"Wir müssen den Begriff der Bildung neu denken"

 

Jugendkunstschulen gelten ebenso wie Gartenarbeits- und Jugendverkehrsschulen als außerschulische Lernorte. Dass Kinder dort viel Nützliches lernen, neue Erfahrungen machen, ihre Kreativität und ihr Naturverständnis entwickeln können, ist unbestritten

Zudem sind die Angebote des Landes und der Bezirke für die Eltern kostenlos. Die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus möchte diese außerschulischen Lernorte deshalb im Schulgesetz verankern, um sie besser gegen mögliche Schließungsabsichten zu schützen.

Initiator des Antrags ist Fraktionschef Raed Saleh. "Wir müssen den Begriff der Bildung neu denken und mutiger diskutieren als bisher", sagte Saleh dazu der Berliner Morgenpost. Bildung sei mehr als nur Schulunterricht. Auch Jugendkunst-, Verkehrs- und Gartenarbeitsschulen seien Orte der Bildung, daher sei es nur konsequent, ihnen denselben Status zu geben wie etwa den Musikschulen. Diese sind, wie auch die Volkshochschulen, im Schulgesetz institutionalisiert.

Damit hätten die außerschulischen Lernorte finanzielle Sicherheit und könnten besser ihre Angebote planen. Ihr privilegierter Status würde eben gerade ermöglichen, die Angebote weiter allen Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.

 

Die Bildungssenatorin ist offen für Kunst-, Verkehrs- und Gartenschulen

 

Die Senatsbildungsverwaltung prüfe nun, welche finanziellen Auswirkungen das hätte, so Sleh. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) signalisierte bereits, dass sie dem Vorschlag "sehr offen" gegenüberstehe. "Das könnte zu einer Stärkung dieser wichtigen Einrichtungen führen", sagte sie der Berliner Morgenpost. Allerdings müsse man dann auch über deren Ausstattung mit Personal- und Sachmitteln reden.

Der Antrag liegt nun zur Prüfung bei der CDU-Fraktion. In der rot-schwarzen Koalition werden nur gemeinsam getragene Anträge ins Parlament eingebracht. Die Union hat sich noch kein abschließendes Urteil gebildet, CDU-Bildungsstadträtinnen reagierten aber zunächst skeptisch. Vor einer Aufnahme ins Gesetz müssten Finanzierungsfragen geklärt werden", sagte Jutta Kaddatz aus Tempelhof-Schöneberg.

 

 

Spandauer Volksblatt vom 30.Juli 2015

Sicherheit für Jugendkunstschulen / SPD will Schulgesetz ergänzen

 

Haselhorst. Die SPD-Frakti-on im Abgeordnetenhaus will die Jugendkunstschulen der Bezirke im Schulgesetz absichern.

 

Von wegen Ferien: In der Bastion Kronprinz der Zitadelle wuseln Kinder um Skulpturen, erproben Perspektiven an Lein- wänden, oder experimentieren mit den Inhaltsstoffen von Farben. Die Ferienangebote der Kunstbastion, wie die Spandauer Jugendkunstschule wegen ihres Sitzes auf der Zitadelle heißt, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Doch nicht nur zur Ferienzeit haben Gerlinde Scholz und Catherine Weber, die beiden Leiterinnen, alle Hände voll zu tun. Knapp 300 Schüler besuchen im Schnitt 680 Werkstattplätze in 56 Kursen. Einmal jährlich bestücken sie eine große Ausstellung in den unteren Bastionsräumen. Der damit verbundene Spandauer Jugendkunstpreis ist schon lange Tradition.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Mitbegründer der Kunstbastion, Reinhard Hoffmann, hat zudem eine weitere Tradition begründet: In der Kunstbastion können Schüler Bewerbungsmappen für ein Kunststudium erarbeiten. So kommt es, dass der eine oder andere professionelle Künstler, der auf der Zitadelle ausstellt, seinen Weg in der Kunstbastion begann.

Die Berliner Jugenkunstschulen sind allerdings bisher eine freiwillige Dienstleistung der Bezirke. Wird das Geld knapp, oder fehlt es an Personal, könnten sie auch wegfallen. Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) sieht diese Gefahr in der Zitadellenstadt nicht: „Hier haben immer alle Kommunalpolitiker hinter der Kunstbastion gestanden.“ Gleichwohl möchte der SPD-Fraktions-Chef im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, die Jugendkunstschule im Schulgesetz verankern. Dann müsste auch im Berliner Haushalt ein Titel dafür geschaffen werden,der nach Salehs Schätzung im einstelligen Millionenbereich liegen könnte. Dafür hat er dann auch die Unterstützung von Gerhard Hanke.

 

Spandauer Volksblatt vom 6. 5. 2015

Ausgezeichnete Köpfe: 27. Bildnerische Werkstätten der Spandauer Schulen

Haselhorst. In der Bastion Kronprinz auf der Zitadelle sind noch bis zum 31. Mai die Ergebnisse der 27. Bildnerischen Werkstätten der Spandauer Schulen zu sehen.

 

Rund 250 Kunstwerke haben die Spandauer Schüler unter Anleitung von Kunstlehrern und Künstlern geschaffen. Schon am 23. April wurden dazu auch die Spandauer Jugendkunstpreise von Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) vergeben. Diese Preise sind undotiert, würdigen aber die besondere künstlerische Leitung.

 

In diesem Jahr wurde für die Klassen fünf und sechs die Werkstatt "Phantastische Apparate" von Monika Böwingloh aus der Bernd-Ryke-Grundschule ausgezeichnet. Die Jury überzeugte unter anderem die "handwerkliche Nonchalance" der Objekte.

 

Der Preis für die Klassen sieben und acht ging an die Werkstatt "Unter der Lupe", für die die Schüler unter Anleitung von Gabriele Hübner von der Jugendkunstschule und Katrin Kühne-Hobman von der Christian-Morgenstern-Grundschule Druckstöcke mit Insektenmotiven anfertigten. Die Jury war beeindruckt von zarten Insektenflügeln wie auch harten Chitinpanzern.

 

Die Jugendschul-Dozentin Dorothea Nerlich überzeugte für die Klassen neun und zehn mit der Werkstatt "Der Kopf", deren individuelle Charakterköpfe die Jury hervorhob. Den Jugendkunstpreis für die Oberstufe erhielten Catherine Weber und Reinhard Hoffmann vom Lily-Braun-Gymnasium für die Werkstatt "O du Berlin, du bunter Stein, du Biest - Bilder zu Texten", in der die Schüler "bedeutungsschwere Gedichte" in Bilder umsetzte.

 

Die Arbeiten der 27. Bildnerischen Werkstätten der Spandauer Schulen sind bis zum 31. Mai montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, sonnabends, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Schulklassen haben freien Eintritt, andere Besucher zahlen den üblichen Zitadellen-Eintritt von 4,50, ermäßigt 2,50 Euro. Der 92-seitige Katalog kostet 14 Euro.

 

"Tip" vom 15. 9.2014

Nachwuchskunst

 

Fragt man bildende Künstler, Foto­grafen oder Designer, wann sie ihr Interesse am kreativen Gestalten ent­deckt haben, bekommt man oft zur Antwort, dass sie bereits in der Kind­heit ihre Schulhefte mit Zeichnungen vollgekrit- zelt oder ihre Zimmer fanta­sievoll ausstaffiert hätten. Diesen Drang, sich über Farbe und Form auszudrücken, greift die Kunstbasti­on Spandau, eine der elf Jugend­kunstschulen in Berlin, seit 1996 auf. Berliner Schüler ab der vierten Klasse können hier an Nachmittagen, an Wochenenden und in den Ferien kostenlos Malerei-, Keramik-, Foto- oder Kostümbild-Kurse besuchen. Um dem Nachwuchs Techniken und andere Kniffe zu zeigen, stehen nicht nur ausgebildete Kunstlehrer und Künstler bereit. Vom Fotolabor bis zur Druckwerkstatt bietet auch die Ausstattung in den historischen Räumen auf der Zitadelle Spandau gute Möglichkeiten, neue Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Die fünf Absolventinnen des letzten Mappenkurses jedenfalls, die sich an der UdK beworben haben, sagt Gerlinde Scholz, eine der Leiterinnen, seien alle an der Kunsthochschule angenommen worden.

 

Spandauer Volksblatt vom 21.Mai 2005

Ausgezeichnete Kunst

Schüler zeigen ihre Werke auf der Zitadelle

 

Von Christian Schindler

 

Noch bis zum 1. Juni sind auf der Bastion Kronprinz der Zita delle, Am Juliusturm 64, die Arbeiten der 26. Bildne- rischen Werkstätten der Spandauer Schulen zu sehen.

Mehr als 250 Schüler aus 36 Spandauer Schulen haben sich wieder an den Werkstätten beteiligt, deren beste auch wieder mit dem undotierten Spandauer Jugendkunstpreis ausgezeichnet wurden .

Sehr viel mit dem Alltag eines jeden hatte die Werkstatt „Ma(hl)zeit” der Katholischen Schule Bernhard Lichten- berg (Leitung Franziska Komischke) zu tun, in der sich Schüler der fünften und sechsten Klassen mit dem Essen auseinandersetzten – und zwar so, wie es alltäglich wahrgenommen wurde . Da montierten Schüler auch mal eine Fernbedienung für den Fernseher auf die Tafeln, auf denen ein gedeckter Tisch nachgestellt wurde. Die Werkstatt wurde so einer der fünf Preisträger.

Ebenfalls überzeugt hat die Jury die Werkstatt in der Grundschule am Amalienhof „Die Welt Afrikas oder geheime Ozeane auf Stühlen platziert” (Leitung Anne Rümmler, auch fünfte und sechste Klassen), mit denen Schulstühle bunt gestaltet wurden. Die Installation füllt das Zentrum des hinteren rechten Raums der Bastion.

Der Preis für die siebten und achten Klassen ging an die Werkstatt „Verwandlung - Selbstporträts” der Askanier-Grundschule (Leitung Stefanie Hünich). Hier nutzten die Schüler alle Möglichkeiten der Fotografie, einschließlich der Bearbeitung am Computer. Die „Kunst mit dem Klebeband “ überzeugte die Jury für die Altersstufe der neun- ten und zehnten Klassen. Am Lily-Braun-Gymnasium probierten unter der Leitung von Dana Zabel die Schüler aus, wie mit der relativ neuen Technik des Klebens mit Klebebändern (Tape-Art) sehr farbige Porträts entstehen können, aber auch spannende Stadtansichten.

Das „Spiel mit dem Schatten”, ebenfalls Lily-Braun-Gymnasium (Leitung Catherine Weber und Reinhard Hoffmann), erhielt den Jugendkunstpreis für die Oberstufe. Die Schatten werfenden Objekte stellten die Schüler selbst her.

 

Berliner Morgenpost vom 13.11.2012

Die Jugendkunstschule in den historischen Räumen der Zitadelle ist eine Kreativschmiede für Schüler und werdende Berufskünstler.

 

Von Katrin Borchers

 

Schüler mit künstlerischem Interesse müssen es erlebt haben, und diejenigen, die dabei waren, erinnern sich gern zurück – an die Kunstbastion. Diese Jugendkunstschule liegt etwas versteckt im hinteren Teil der Zitadelle Spandau: Über unebene Stufen gelangt man in ein dickes Gemäuer mit toller Atmosphäre. Im Mal- und Zeichenatelier zum Beispiel ist man umgeben von farbbespritzten Staffeleien, die bereits unzählige Bilder getragen haben, Pulverfarben in den knalligsten Tönen, Mischpaletten und diversem Equipment. Alles, was das Malerherz begehrt. Zudem befinden sich hier eine Keramikwerkstatt, eine Druckerei für Hoch- und Tiefdruck, ein Videostudio mit Schnittplatz sowie mehrere Computerarbeitsplätze. Im Haus 4 der Zitadelle gibt es ein Fotolabor und einen Siebdruckraum.

Die Kunstbastion ist eine Einrichtung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie des Bezirksamtes Spandau. Hier wird außerschulisch an den künstlerischen Fähigkeiten, speziell am experimentellen Arbeiten und der Technik, gefeilt. Das Programm an den Nachmittagen, Wochenenden und vor allem in den Ferien ist umfangreich. Zur Zeit werden 56 Kurse angeboten, die mit Begeisterung von circa 400 Schülern in Anspruch genommen werden. Eine herausragende Begabung ist natürlich keine Pflichtvoraussetzung für die Kursbelegung. Vielmehr steht die Freude an der Kunst im Vordergrund. Wer beruflich einen künstlerischen Weg einschlagen möchte, für den fungiert die Kunstbastion als Wegweiser für die Erstellung der Bewerbungsmappe.

 

Die Kunstbastion ist ein Ort des Lernens

 

Ein jährliches Highlight sind die „Bildnerischen Werkstätten der Spandauer Schulen“, die Anfang des Jahres bereits zum 24. mal stattfanden. Diese werden vom Bezirksamt Spandau, Abteilung Jugend, Bildung, Kultur und Sport sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft jährlich ausgerichtet. Hier beteiligten sich zuletzt Schüler aus rund 36 Spandauer Schulen und hatten bei circa 17 angebotenen Werkstätten die Qual der Wahl. Während des viertägigen schulergänzenden Projekts können sich die – vom Alter bis zur Schulform – bunt zusammengemischten Gruppen ohne schultypischen Zeitdruck frei entfalten.

Die Kunstbastion ist ein Ort, an dem viel gelernt wird, technische Feinheiten herausgekitzelt werden und der einfach erlebt werden muss. Werden allein die zur Verfügung gestellten Materialien betrachtet, so kann kein schulischer Kunstraum dieser Einrichtung das Wasser reichen. Also liebe Spandauer Jugend: Nutzt euer Privileg, Spandauer zu sein, und knetet, formt, gestaltet und tobt euch auf dem weißen Blatt aus - der künstlerische Perfektionismus ist tückisch, denn ein Bild ist niemals fertig!

 

Märkische  Allgemeine vom 29.12. 2009

Engel mit Puffärmeln und diskretem Kreuz

Ausstellung Modedesign auf der Zitadelle

 

Von Judith Meisner

 

„Mode wird nicht mehr als oberflächlich angesehen, sondern ist ein ernst zu nehmendes Gebiet in der Kommuni-kationswissenschaft", so räumte Kunstschulleiter Reinhard Hoffmann mit einem alten Vorurteil auf. Und mit diesen Worten begrüßte der Lehrer die rund 120 Gäste zur Eröffnung der Ausstellung „Mode kommt!", die ist in der Kunstbastion der SPANDAU er Zitadelle zu sehen . Drei Modestudentinnen zeigen darin aktuelle Entwürfe; außerdem sind Werke aus ihren Bewerbungsmappen zu sehen, die einst in der SPANDAU er Jugendkunstschule entstanden waren.

Es muss bei den Jahrgängen der heute Anfang Zwanzigjährigen  ein besonderer Bazillus in der Luft des Spandauer Lily-Braun­ Gymnasiums gelegen haben. Die drei Jungdesignerinnen  kennen sich von dort. Elke Fiebig studiert an der Kunsthochschule Weißensee . Mona Al-Shaalan  und Jennifer  Burtchen besuchen die Hochschule für Technik  und Wirtschaft  in Berlin.

Mona Al-Shaalan  ist parallel dazu Stipendiatin  am Amsterdam  FashionInstitute . „Das ist sehr ungewohnt  und stressig, in Berlin geht es dagegen  strukturiert  zu. In Amsterdam  ist man selbst  mehr gefordert . Die Designer sind Künstler und leben in ihrer eigenen Welt. Dafür lerne ich dort ungeheuer viel und es macht großen Spaß", sagt die 23 -Jährige. Für sie sind internationale Beziehungen kein Fremdwort. Ihr Vater stammt aus dem Irak und ihre Mutter aus Polen. Inspiriert von  ihren polnisch-katholischen  Wurzeln  ist auch das  Modell „Engel" : Ein schwarzer  Lederanzug, mit großem, aber diskretem  Kreuz und flügelähnlich geblähten Puffärmeln . Der Hit sind die Kniepolster   Mona Al-Shaalan  weiß aus eigener  Erfahrung, wie schmerzhaft das lange Knien in der Kirche sein kann. Und so gelangen Knieschoner der Rollschuhläufer  in die Mode.

Für ihre Kommilitonin an der HTW , Jennifer Burtchen, ist das Modestudium eher Mittel zum Zweck, sie möchte Illustratorin werden. Das verraten ihre Entwürfe zu einer Reisekollektion auf den ersten Blick. Mit einem charmant altertümlichen Ausschneidebogen präsentiert sie die Garderobe einer Figur mit dickem Haarkranz, wie sie russische Matroschka -Holzpuppen haben. Allen Kids mit Ambitionen zum Modedesign rät sie: „Jeden Tag zeichnen, vor allem Akt ist sehr wichtig ."

Elke Fiebig zeigt Illustrationen zu dem  Gedicht „Nachtcafe" von Gottfried Benn . Die stammen aus ihrer Bewerbungsmappe  und überzeugten die Jury der Kunsthochschule Weißensee sofort. Papierarbeiten führen in ihre Arbeitsweise  ein . Mit einem so genannten „Moodboard"  zeigt sie den Werdegang  einer Idee von der ersten Inspiration bis zum fertigen Kleid . Zu dem Thema Tracht entwickelte sie ein tragbares  Minikleid mit Ballonrock.  Neben den Modeentwürfen  kehrt sie immer wieder zurück zur freien Malerei. „Das ist kein Widerspruch für  mich . In der  Malerei bekomme ich Ideen für  meine Entwürfe", sagt die junge  Designerin .

Die SPANDAUer Schau zeigt, wie sehr sich Modedesign als ernsthae Kunstrichtung etabliert hat. Noch einmal Reinhard Hoffmann : „Die Grenzen zwischen Design und freier Kunst sind fließend geworden."

 

Der Tagesspiegel

5.04.2016 07:49 Uhr

 

Bildnerische Werkstätten der Spandauer Schulen

Junge Künstler ausgezeichnet

 

Im Rahmen der Bildnerischen Werkstätten der Spandauer Schulen sind auf der Kunstbastion der Zitadelle die diesjährigen Jugendkunstpreise des Bezirks vergeben worden. VON RAINER W. DURING

 

Insgesamt mehr als 200 Schülerinnen und Schüler aus 29 Spandauer Bildungsstätten hatten sich im Januar und Februar in 15 Werkstätten über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich und frei von den Anforderungen des normalen Schulalltags an verschiedenen bildnerischen Projekten beteiligt. Dabei arbeiteten Jungen und Mädchen aus allen Schularten gemeinsam in den Kursen. Damit dienen die Bildnerischen Werkstätten, die bereits zum 28. Mal stattfanden, auch der Förderung von Toleranz und sozialem Handeln.

 

Fünf Werkstätten erhielten Preise

 

In der Gruppe der Klassenstufen 5 und 6 wurden von der Jury unter dem Vorsitz von Kunstamtsleiterin Andrea Theissen zwei Projekte gewürdigt. Ein Preis ging an die Tonwerkstatt „Zirkus“ von Dorothea Nerlich (Jugendkunstschule Spandau). „Originell, witzig handwerklich gekonnt und doch spielerisch sprühend voller Ideen“, heißt es in der Begründung. „Jede Tonfigur für sich erzählt eine eigenständige Geschichte ihrer persönlichen Zirkuswelt“.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die von Katja Niekisch (Grundschule am Eichenwald) geleitete Werkstatt „Beton Deine Ideen“. Während Beton lange Zeit als hässlicher Werkstoff galt, erfährt er in letzter Zeit eine neue ästhetische Bewertung, befand die Jury. „In dieser Werkstatt haben die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit Beton gearbeitet, sondern die benötigten Bausteine auch selbst hergestellt und sie dann kreativ zu reliefartigen Portraits gestaltet.“

SPD-Fraktionschef Raed Saleh besucht die Jugendkunstschule in Spandau, die elfjährige Schülerin Karina diskutiert mit dem Politiker über ihre Stadtansicht mit Havel

Auch die Werkstatt "Beton Deine Ideen" wurde von Stadtrat Hanke geehrt.

 

Bei den Klassenstufen 7 und 8 konnte sich mit der Werkstatt „Traumland – Schwarzlichtmalerei“ von Gerlinde Scholz (Martin-Buber-Oberschule) mit einer bei den Bildnerischen Werkstätten bisher noch nicht angewandten Technologie durchsetzen. Die Gruppe habe „einen magischen Raum geschaffen, der sich überraschend hinter einer schlichten Holzplatte eröffnet“, lobten die Juroren. „Dabei fügen sich die Einzelelemente zu einer stimmigen dreidimensionalen Traumlandschaft zusammen.“

„Von Östlichem und Westlichen“ hieß die Werkstatt von Jeanette Dazer (Martin-Buber-Oberschule), die in der Klassenstufe 9/10 ausgezeichnet wurde. Hier sei die Beschäftigung mit einem fernöstlichen Kulturkreis sehr gut gelungen, heißt es zur Begründung. „Die Poesie des Haikus ist in adäquate Grafik umgesetzt worden. Überzeugt hat die Jury die technische Übertragung er Zeichnungen in Linoldrucke.“

Für die Oberstufe ging der Jugendkunstpreis an die von Catherine Weber und Reinhard Hoffmann (Lily-Braun-Für die Oberstufe ging der Jugendkunstpreis an die von Catherine Weber und Reinhard Hoffmann (Lily-Braun-Gymnasium) geleitete Werkstatt „Wunder über Wunder“. „In den Assemblagen dieser Werkstatt ist das Konzept der Wunderkammern aufgegriffen und weiterentwickelt worden“, urteilte die Jury. „Jeder einzelne Kasten ist ein stimmiges Ensemble aus interessanten Fundstücken, selbstgefertigten, vieldeutigen Objekten und fantastischen, filigranen Zeichnungen.“

 

Die Preise wurden von Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und dem Stadtrat für Jugend, Bildung, Kultur und Sport, Gerhard Hanke (CDU) überreicht. Die Schülerarbeiten werden bis zum 22. Mai in den Sälen der Kunstbastion auf der Zitadelle gezeigt. Die Ausstellung ist werktags von 10 bis 17 Uhr sowie an Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Schulklassen ist frei. Zu der Ausstellung ist auch wieder ein Farbkatalog erschienen.