Exzellenzförderung an der Jugendkunstschule

Die Exzellenzförderung an der Jugendkunstschule Spandau (Kunstbastion) zielt nicht nur auf technisches Können und die Vermittlung spezieller Gestaltungstechniken ab, sondern auch auf die Förderung von Kreativität, Problemlösungskompetenz und ästhetischer Artikulation. Besonders wichtig ist uns die gezielte Unterstützung und Weiterentwicklung von Schüler*innen mit ausgeprägten künstlerischen Begabungen.

Die Förderung erfolgt durch unterschiedliche Formate:

  • Atelierarbeit im „Offenen Atelier“
  • spezielle Workshops für Leistungskurse, deren Inhalte individuell auf Interessen und Leistungsstand abgestimmt werden
  • Kooperationen mit externen Expert*innen und Künstler*innen

Dabei werden Talente gefördert, fachliche Potenziale vertieft und die kreative Eigenverantwortung gestärkt.

Die Schülerinnen erhalten in den Workshops durch komplexe Aufgabenstellungen die Möglichkeit zur Vertiefung und haben Zugang zu vielfältigen Materialien. Die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen ermöglicht zudem direkte Einblicke in die künstlerische Praxis.

Unser Ziel ist es, die Lernenden zu individuellen Bestleistungen zu führen, ihre Selbstverantwortung zu fördern und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken – in einer entspannten Atmosphäre an einem besonderen, historischen Ort, der kreative Prozesse ermöglicht.

 

 

Zwei Berichte beispielhafter Workshops

Einen Animationsfilm drehen – der LK-Kunst des Lily-Braun-Gymnasiums in der Jugendkunstschule Spandau

Der Leistungskurs Kunst besuchte Ende September zum Abschluss der Unterrichtseinheit „Hell-Dunkel in der Grafik“, in der wir uns intensiv mit den Werken des berühmten Künstlers William Kentridge auseinandersetzten, einen Stop-Motion-Film-Workshop in der Jugendkunstschule Spandau.

Unter fachkundiger Anleitung drehte jede Schülerin und jeder Schüler ihren bzw. seinen eigenen kleinen Animationsfilm in Anlehnung an die Filme von William Kentridge. Dafür wurden an Staffeleien große Zeichnungen mit Kohle erstellt und fotografiert. Die Zeichnungen wurden im Anschluss an jedes Foto kontinuierlich überarbeitet, teilweise wegradiert oder fortgeführt und dann erneut fotografisch festgehalten, sodass die Teilnehmer*innen im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Fotos erhielten, die sie später mithilfe der „Stop-Motion-Studio-App“ zu einem Film zusammensetzten.

Es entstanden thematisch weitgefasste, teils sehr persönliche Schwarz-Weiß-Filme, die durch den additiven Zeichenprozess zu einem fließenden Stil führten und durch die Verwendung von Kohle als Zeichenmaterial eine rohe, ausdrucksstarke Qualität aufweisen.

Collagen und Montageplastiken

Im Rahmen der Exzellenzförderung an der Jugendkunstschule Spandau erhielt der Leistungskurs Kunst des Lily-Braun-Gymnasiums die Möglichkeit, an einem Workshop zu den Themenfeldern Collagen und Montageplastiken teilzunehmen.

Die Schülerinnen und Schüler stimmten sich zunächst durch das Herstellen von Collagen auf die Montageplastiken ein, die sich – ebenso wie Collagen – durch die Zusammensetzung verschiedener, oft vorgefertigter oder gefundener Objekte bzw. Materialien auszeichnen. Durch das Aufkleben der unterschiedlichen Elemente entstanden neue, vielschichtige Kompositionen, und die entstandenen, reliefartigen Collagen weisen eine ausgeprägt haptische Textur auf.

Im Anschluss nutzten die Schüler*innen gebrauchte, zumeist aussortierte Objekte, die sie aus ihrem ursprünglichen Kontext lösten und in einer Plastik neu arrangierten. Dabei wurde die Funktion der einzelnen Teile durch die künstlerische Neuordnung verändert oder aufgehoben. Die Beschaffenheit der verschiedenen Materialien (Metall, Holz, Plastik, Stoff usw.) spielte dabei eine zentrale Rolle und erzeugte spannungsreiche Kontraste und haptische Reize.

Die Bedeutung der entstandenen Montageplastiken ergibt sich oft aus der neuen Beziehung der Objekte zueinander, wodurch die traditionelle Vorstellung von Kunst und Material in Frage gestellt wird.